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Herbstausfahrt 2026 (13.09.2026)

(18.09.2026)

Die diesjährige Herbstausfahrt führt die Teilnehmenden bei wechselhaftem Wetter ins rheinische Braunkohlerevier.

Herbstausfahrt 2026 (13.09.2026)
Herbstausfahrt 2026 (13.09.2026)

Wie gewohnt wurde die wieder von Andreas  Grevelding sehr sorgfältig vorbereitete Herbstausfahrt des OCRE von Burg Konradsheim gestartet. Die Begrüßung und die Gespräche untereinander waren wie immer sehr herzlich. Die für den Tag von den Teilnehmern gewählten Fahrzeuge waren – insbesondere vor dem Hintergrund der ungünstigen Wetterprognose  - nicht ganz so alten Datums, also Youngtimer – eine Wahl, die sich später als gut bestätigen sollte. 

Wir starteten westlich Richtung Nörvenich und die Fahrt ging dann weiter über Eschweiler-über-Feld, Arnoldsweiler und Birkesdorf Richtung Inden, wo der „Indemann“ das erste Ziel war. Der so genannte Indemann ist ein weithin sichtbarer Aussichtsturm aus Stahl und Glas in Form eines „Stahlgerüst-Männchens“ auf der Goltsteinkuppe nahe Inden-Lucherberg und gestattet einen weitreichenden Blick in den Tagebau Inden sowie zum Kraftwerk Weisweiler. Der Himmel war zwar wolkenverhangen, aber es gab dennoch eine gute Sicht. 

Dies änderte sich danach zunehmend und die Wolken verdichteten sich. Bei unserer Ankunft am nächsten Zielpunkt, dem „Aldenhoven Testing Center“, sah es schon sehr nach Regen aus, der dann auch bald nachhaltig einsetzte. Die Teststrecke liegt nahe Siersdorf westlich von Aldenhoven, auf dem Gelände des ehemaligen Steinkohlebergwerks Emil Mayrisch. Diese spezialisierte Anlage in gemeinsamer Trägerschaft der RWTH Aachen und des Kreises Düren bietet herstellerunabhängig einen professionellen und ausgefeilten Rahmen für Fahrzeugtests unterschiedlichster Art. 

Damit ist das Aldenhoven Testing Center kein typischer Austragungsort für Fahrsicherheitstrainings im klassischen Sinn, sondern eine hochprofessionelle Umgebung für die Durchführung von Produkttests unterschiedlichster Art im Fahrzeugbereich. Ungeachtet davon ist dem OCRE angesichts eines nicht erfolgreichen Besuchstermins im Frühjahr 2026 eine Fahrsicherheits- bzw. Fahrtrainingssession angeboten worden, und dieses Angebot wollten wir jetzt gerne nutzen.

Die Teststrecke selbst ist auf einem weitläufigen Areal so angelegt worden, dass praktisch sämtliche Fahr- und Beanspruchungssituationen nachbildbar sind – es gibt eine äußere Hochgeschwindigkeitsstrecke mit Steilwandkurven an beiden Enden, Areale für Kurven- und Slalomfahrten, Bremsteststrecken mit unterschiedlichen Fahrbahnbelägen, einen Rundkurs mit variierenden Kurvenradien, unebene Straßenbeläge für Fahrwerkstests  sowie Zonen, die Fahrbahnkreuzungen mit Ampeln und weiteren Merkmalen nachstellten. Das Besondere des Testzentrums ist die weitläufige Anlage, die das Erreichen höherer Geschwindigkeiten zulässt. All dies ist natürlich eine ideale Umgebung auch um fahrtechnische Fähigkeiten zu trainieren  und zu erlernen, und genau dies war das Ziel des OCRE mit Bezug auf klassische Fahrzeuge. 

Die in der Wettervorhersage angekündigten beachtlichen Regenmengen traten auch recht bald ein, was für das Fahrtraining jedoch eher von Vorteil war, und auch die Wahl der „Youngtimer“-Fahrzeuge erwies sich als durchaus vorteilhaft. Der Kursleiter Peter Moers beleuchtete vorweg typische Fahrsituationen und ihre Aspekte – beispielsweise die Länge von Bremswegen oder Über- und Untersteuerungseffekte - einmal kurz in der Theorie, aber sehr bald durften wir die Erkenntnisse in der Praxis erproben. Die Durchführung des Trainings steuerte Peter Moers sehr effektiv über Sprechfunk – in jedem Wagen war ein Funkempfänger, und so konnte er sehr klar seine Anweisungen durchgeben, um eine gefahrlose Durchführung zu steuern. Auch direktes Feedback zu spezifischen Situationen gab er direkt durch und verhalf uns Teilnehmern dadurch zu verbesserten Ansätzen.  

Ein Höhepunkt gleich zu Beginn war das zügige Durchfahren der Steilwandkurven, die ein ganz besonderes Fahrerlebnis vermitteln. Dabei konnten wir uns bei Geschwindigkeiten bis 120 km/h nach und nach in höhere Bereiche der Steilwand vortasten. Die nächste Übung war das Durchfahren eines relativ weit gesteckten Slaloms auf der inzwischen regennassen Oberfläche. Die Abstände der Pylone gestatteten das Erproben auch höherer Geschwindigkeiten bis in den Bereich von 80 km/h in der Kurvenwechsel-Fahrsituation, eine beispielsweise für Ausweichmanöver durchaus realistische Fahrsituation. Geübt wurde ein präzises Lenken und Halten der Spur, und die Übung bildete eine gute vertrauensschaffende Grundlage für die folgenden Trainings.

Die Fahrpraxis bei auch etwas höheren Geschwindigkeiten erfordert ein sicheres Einschätzen des Bremsvermögens und nicht zuletzt auch den Einsatz einer richtigen Bremstechnik. Moderne Bremssysteme mit ABS gestatten – im Vergleich zu älteren Systemen – ein verändertes Herangehen und Meistern einer Situation – einerseits bleibt das Lenkvermögen erhalten, andererseits wird die Bremsweglänge optimiert. Bereits die Übung auf nasser Fahrbahn bei wechselnden Geschwindigkeiten bis 70 km/h vermittelte viel Erfahrung; besonders eindrucksvoll  waren jedoch die Bremsversuche auf einer speziellen gekachelten Oberfläche, die Schneeglätte effektiv simulierte – die verzeichneten Bremswege verlängerten sich ungemein. 

Nach einer Mittagspause und kurzer theoretischer Reflektion der Erfahrungen ging es weiter mit einer Ausweichübung bei höheren Geschwindigkeiten. Dabei kam es darauf an, den Weg um ein Hindernis, dargestellt durch relativ eng gestellte Pylonen, sicher zu lenken. Anschließend konnte das Untersteuerungsvermögen der Fahrzeuge in einem Rundfahr-Test erlebt werden – hier galt es, einen engen Radius mit möglichst hoher Geschwindigkeit zu fahren und dabei zu beobachten, wie weit der Wagen dabei aus der Spur getragen wird und damit „untersteuert“. Beide Übungen erwiesen die im Grunde ungemein stabile Straßenlage der Fahrzeuge, die Fahrwerke reagierten ausgesprochen gutmütig und die gebotene Fahrsicherheit war deutlich zu fühlen. 

Den Abschluss bildete eine Fahrt über einen kleinen Handling-Rundkurs mit wechselnden Kurvenradien und Höhenunterschieden, den es in mehreren Durchläufen möglichst schnell zu umrunden galt. Auch hier erhielten die Fahrer ein sehr eindrucksvolles Bild der Fähigkeiten ihrer Fahrzeugfahrwerke, und die Grenzen der Kurvenhaftung konnten sehr genau erlebt werden. 

Die Übungen waren insgesamt durchaus anspruchsvoll und Peter Moers ging mit viel Feingespür auf das durchweg gute fahrerische Vermögen der Teilnehmer ein, um beispielsweise auch in höhere Geschwindigkeitsbereiche reichende Erfahrungen zu vermitteln. Das Ergebnis war ein sehr gut an die Gruppe angepasster Übungsverlauf und ein großer Erfahrungsgewinn für uns alle. 

Nach dem erhöhten positiven Adrenalinausstoß, den uns dieser intensive Fahrtrainingstag geboten hatte, gestaltete sich die Rückfahrt unspektakulär und entspannt. Die gewonnenen Erfahrungen und die erlebten Fahrzeugreaktionen werden jedoch noch sehr lange nachwirken und werden in jedem Fall positive Effekte für unser Fahrvermögen und die verbundene Fahrsicherheit schaffen. Eine sehr eindrucksvolle Clubausfahrt!


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